Tips zur Kita-Fotograf/innenwahl

Liebe Super-Mom, lieber Super-Dad,

Danke, dass du so viel Zeit darauf verwendest die Helden der Zukunft groß zu ziehen. Danke, dass du dich für deine Kita engagierst, und immer nur das beste für dein Kind willst.
Als Mama und seit 20 Jahren Familien- und Kitafotografin möchte ich dir mit diesem Beitrag eine Hilfestellung bei der Wahl deines/deiner Kitafotograf/in anbieten.

Ich möchte dir mit meiner Erfahrung und meinem Insider-Wissen helfen den/die Kitatfotograf/in zu finden der/die das beste Preis-Leistungsverhältnis anbietet, und am besten zu deiner Kita passt.

Zu Beginn meiner Reise als Kitafotografin habe ich mich mal bei einem reinen Kitafotografen beworben. Ich durfte einen Tag mit ihm mit fotografieren, einen Job, den ich später dann auch alleine machen sollte. An diesem Tag erfuhr ich, dass, damit die Mappen billig verkauft werden können, 120-150 Kinder an einem Vormittag fotografiert werden müssen (bei 8-12 Uhr sind das 1,6 Minuten pro Kind). Das bedeutet, wenn ein Kind nicht sofort mit mir gelacht hat, hat es halt schlechte Bilder bekommen, so wenig Zeit war pro Kind vorgesehen. Diese Erfahrung, und mein Bauchgefühl, das sofort schrie “So nicht!” brachten mich dazu, mir genau zu überlegen, was für mich eigentlich gute Kitabilder sind. Billig ist eben nicht gleich preiswert.
Nach 20 Jahren habe ich ein gutes Gefühl, was funktioniert und was nicht. Ich weiß, das Kita nicht gleich Kita ist, sonder ein lebender Organismus aus Eltern, Erziehern und Kindern, und man nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Ich weiß auch, wie schwer es ist, sich für eine/n gute/n Kitafotograf/in zu entscheiden, gerade, weil man in seiner Kita-Zeit nur 4 Versuche hat, es richtig zu machen. Weil ich als Elternbeirätin auch vor dieser Entscheidung stand möchte ich euch gerne eine Hilfestellung an die Hand geben.

Ich möchte 11 Punkte aus meiner Erfahrung mit euch teilen, auf die ihr achten solltet, um die besten Bilder von eurer/eurem Kitafotograf/in zu bekommen:

  • Die Fotos: Dieser Punkt ist einer der ganz Offensichtlichen, sollte sich aber ganz bewusst gemacht werden. Sehen die Kinder auf den Musterbildern entspannt aus? Lachen sie auch noch, wenn man ihren Mund auf dem Foto abdeckt? Wenn die Augen nicht mitlachen ist das ein Zeichen, daß die Kinder nur ein Fake-Lachen aufgesetzt haben. Ist die Körperhaltung entspannt. Und wie gefällt euch der Fotostil? Mögt ihr es dekorativ und klassisch, also das perfekte Bild mit perfekten Haaren und Strahle-Lächeln. Oder lieber wild zerzauste Spielbilder, voll aus dem Kita-Leben gegriffen? Oder etwas dazwischen, quasi lebendig, aber aufgeräumt genug, daß auch die Omas Gefallen daran finden?
  • Die Mappe: Achtet darauf, euch auf jeden Fall auch eine Mustermappe in die Kita senden zu lassen. Nur so könnt ihr die Qualität der Prints einschätzen. Achtet auf einen festen Karton der alle Bilder gut schützt. Achtet auf festes Echtfoto-Papier (keine labberigen Thermodrucke die nach 6 Monaten im Bilderrahmen schon voll ausgebleicht sind). Die besonders gute Qualität erkennt man an einer Seidenraster-Oberfläche (silk).
  • Der Inhalt: Natürlich ist die Anzahl der Bilder/Daten in einer Mappe wichtig. Aber schaut nicht nur auf die Anzahl, sondern auch, ob es unterschiedliche Fotos sind, nicht nur ein Bild in 20-facher Ausführung.
  • Die Hintergründe: Welche Hintergründe und Accessoires werden angeboten? Hat man die Wahl zwischen lockerem Spiel oder eher sitzen und gemeinsam Lachen in dekorativem Ambiente? Werden Innen- und Außenshoots angeboten? Gibt es auch für die Außenshoots Accessoires (z.B. kleine Bank, Strandkorb, etc.)? Werden auch Freispiel-Bilder (z.B. am Klettergerüst oder in der Nestschaukel) angeboten?
  • Die Hygiene: Zu Pandemiezeiten ist die Hygiene ein ganz wichtiger Punkt.Gibt es Corona-sichere Hintergründe? Können die Fotos auch an der frischen Luft gemacht werden? Könnte man die Gruppen getrennt voneinander fotografieren? Besteht die Möglichkeit statt des Gruppenfotos eine Gruppencollage zu bekommen? (Damit nicht so gekuschelt werden muss?) Und, ganz wichtig, sind der/die Fotograf/in geipmft/genesen & getestet?
  • Die Vorbereitung: Mit angeboten werden sollten auch die Vorbereitung der Informationen für die Eltern: Z.B. ein “Die Fotografin kommt” Zettel für die Türen mit Musterbildern des gewählten Hintergrunds und/oder ein Anschreiben, dass über den Mail-Verteiler gesendet werden kann.
  • Das Shooting: Ein/e gute/r Fotograf/in arbeitet zügig, damit die Kita bald wieder zum Alltag übergehen kann, hat aber auch genug Zeitpuffer im Gepäck und Ideen, um auch das letzte schüchterne Kind aus der Reserve zu locken. Diese Tricks lernt man nur mit der Erfahrung und man fotografiert nicht mehr als 60-80 Kinder (bei Mini-Gruppen mit unter-3-Jährigen noch weniger Kinder) an einem Vormittag, damit noch Zeit zum Spielen ist. Besonders gute Profis kommen mit Assistenz in die Kita. Diese Person hilft beim Kinder organisieren, Spässle machen und Kärtchen schreiben und sorgt für einen Reibungslosen Ablauf, damit alles zügig über die Bühne geht.
  • Der Verkauf: Wie flexibel ist der /die Fotograf/in? Wird zur Wahl gestellt, ob man lieber einen persönlichen Verkauf fertiger Mappen in der Kita hätte (und organisiert) angeboten? Und bekommt ihr alternativ einen mehrsprachigen Onlineshop angeboten, in welchen man sich seine Mappe selber zusammenstellen kann? Onlineshops haben den Vorteil, dass man die Bilder in der Mappe selber aussucht, und auch die Größe/Umfang der Mappe/Bestellung viel Flexibler ist. So bekommen Fotofans gute Angebote für viele Bilder, aber auch Eltern mit kleinerem Geldbeutel können sich ein oder zwei Bilder bestellen, ohne gleich eine ganze Mappe kaufen zu müssen.
  • Die Auslieferung: Achtung! Ein beliebter Preis-Stolperstein ist, dass oft noch Versandkosten auf die eigentlich günstige Mappe dazu kommen. Regionale Fotograf/innen bieten oft eine kostenfreie Sammellieferung in die Kita an. Das macht dann meist die höheren Mappenpreise (oft der besseren Materialqualität geschuldet) wieder etwas wett.
  • Bonus: Ein/e gute/r Fotograf/in ist dankbar für seine/Ihre Arbeit. Ich bedanke mich immer mit einer Kleinigkeit beim Kita-Team, dafür dass wir ein oder zwei Tage ein bisschen mehr Chaos in die Kita gebracht haben. Die eine Kita braucht neue Bilder für die Magnet-Wand, die andere hätte gerne ein Teamfoto. Das gehört für mich dazu.
  • Die Nachhaltigkeit: Zu guter letzt noch eine wichtige Erfahrung aus Jahren Kitaotografie. Die wenigen Fotominuten, die wir Fotografen in der Kita verbringen, sind nur die Spitze des Eisbergs an Arbeit, der nötig ist um euch gute Mappen anbieten zu können. Dazu kommt noch die Bildbearbeitung, die Bestellung & Herstellung der Fotos, die Beratung, Auslieferung, Versand, und die geduldige Hilfe, falls jemand mit der Onlinegalerie nicht klar kommt.
    Fotografen die ihre Mappen unter 20 Euro anbieten, müssen irgendwo sparen. Entweder an der Qualität, oder am fairen Gehalt der Angestellten. Wir Fotograf/innen verdienen schon weniger als die Erzieher. Wir machen das aus Leidenschaft. Wenn Mappen billig angeboten werden hat ein/e Kolleng/in den unfairen Deal gemacht, aus Liebe zur Fotografie extrem unterbezahlt zu werden.

Ihr seht, es gibt viel zu beachten und zu überlegen. Ich glaube allerdings, dass wenn man all diese Punkte vorher abklopft, man von bösen Überraschungen verschont bleibt.

Solltet ihr noch weitere Fragen zu dem Thema haben erreicht ihr mich über meine Mail-Adresse. Ich helfe euch gerne, beantworte Fragen, und freue mich zu hören, ob euch dieser Artikel dieses Jahr ein hilfreicher Ratgeber war.

Ich wünsche euch wundervolle Erinnerungen!

Eure

Sandra Meyrowitz

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